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Urdinkelbrot besteht ausschliesslich aus Mehl, das aus alten schweizerischen Dinkelsorten gemahlen wird. Spätere Dinkelsorten wurden mit Weizen gekreuzt, weshalb sie unter anderem eine veränderte Art von Gluten enthalten. Das verbesserte die Ernteerträge und die Backfähigkeit. Weizen bringt etwa doppelt so hohe Ernteerträge wie Dinkel. Dies war ein Grund dafür, dass zum einen der Dinkel gekreuzt wurde und zum anderen der Anbau alter Sorten immer weiter zurückging. Die Urdinkelsorten allerdings – jene, die noch nicht mit Einkreuzungen verändert worden sind – werden heute wieder angebaut und in der Bäckerei in unterschiedlichstem Gebäck angeboten. Im Rahmen einer gesunden, biologisch hochwertigen Ernährung ist Urdinkel seit einigen Jahren ein echtes Trendprodukt in der Bäckerei.
Schon in der frühen Steinzeit wusste der Mensch Dinkel zu verarbeiten. Eine Kreuzung aus Zwergweizen und Emmer ist der Ursprung des Dinkels: Auch der steinzeitliche Mensch veränderte die Natur um sich herum bereits, um Geschmack und Eigenschaften seiner Rohstoffe zu verbessern. Vom Schwarzen Meer aus trat das Getreide seinen Siegeszug bis ins nördliche Europa hinauf an. Der ursprüngliche Dinkel ist anspruchslos und winterhart. Deshalb wurde er in den fruchtbaren Regionen der Alpen bis ins letzte Jahrhundert hinein angebaut. Erst dann verdrängte der Weizen langsam, aber sicher, den Dinkel. Heute gibt es in der Schweiz das Urdinkelbrot zu kaufen: Für die Herstellung sind nur die alten Schweizer Dinkelsorten erlaubt.
Der Unterschied der beiden Sorten besteht darin, dass der ursprüngliche Dinkel, den wir heute als Urdinkel kennen, durch Züchtung verändert wurde. So kreuzte man Weizen ein, um die umständliche Verarbeitung des Spelzgetreides zu vereinfachen. Der Ertrag von Dinkel ist höher, die Verarbeitung zu Mehl einfacher. Doch durch den eingekreuzten Weizen haben sich sowohl die Backeigenschaften als auch die Inhaltsstoffe verändert. Unter Urdinkel verstehen wir heute die althergebrachten Sorten, die nicht durch Züchtung und Kreuzung mit Weizen verändert wurden. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird sorgsam geprüft, Produzenten müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllen, um ihr Produkt unter der Bezeichnung Urdinkel verkaufen zu dürfen.
Schon Hildegard von Bingen pries den Dinkel als die gesündeste aller Getreidearten. Tatsächlich spricht einiges dafür, Urdinkel in eine gesunde, vollwertige Ernährung einzubauen. Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink oder Mangan sind in dem aromatischen Mehl enthalten. Auch Vitamin E oder die wichtigen B-Vitamine finden sich in dem ursprünglichen Getreide. Gerade im Vollkorn-Getreide bleibt ein Grossteil dieser wichtigen Nährstoffe enthalten. Dinkelmehl aus ursprünglichen Sorten hat eine Reihe von Vorteilen zu bieten. Hier ein Überblick:
Zwar gilt der proteinreiche Urdinkel allgemein als gut verträglich. Glutenfrei ist er aber, genau wie der handelsübliche Dinkel, nicht. Menschen, die eine glutenfreie Diät einhalten müssen, wählen also besser einen anderen Rohstoff für ihre Brotrezepte. Allerdings unterscheidet sich die Zusammensetzung des Glutens, genauer der Proteinkombinationen, die das Gluten bilden: Im Weizen sind diese Proteine anders zusammengestellt als im Dinkel. Darum gilt Urdinkel-Mehl, obwohl es deutlich mehr Gluten enthält als Weizen, als verträglicher. Reine Urdinkel-Sorten, die nicht mit Weizen gekreuzt sind, können also unter Umständen von Menschen mit einer entsprechenden Sensibilität vertragen werden. Weizenfreie Sorten sind etwa Oberkulmer Rotkorn, Ebners Rotkorn, Weisskorn, Holstenkorn oder Altgold. Im Zweifel kannst du dich von Fachpersonen dazu beraten lassen.
Aus dem ursprünglichen Getreide mahlen die Mühlen ein sehr feines, weiches Mehl. Es ist besonders gut für Brot und Brötchen geeignet, weil es hohe Klebereigenschaften hat: Der Teig verbindet sich gut mit Wasser, Salz und anderen Rohstoffen. Im Brot entfaltet der Urdinkel einen leicht nussigen, ganz typischen Geschmack. Damit der Teig gelingt, solltest du die nötige Zeit einplanen. Schon am Vortag muss das Mehl mit heissem Wasser zu einem Vorteig vermischt werden, damit er im Kühlschrank über Nacht gehen kann. Erst dann kommen Wasser, Hefe und Salz hinein. Übrigens: Teige mit einer langen Zubereitungszeit haben die höchste Haltbarkeit! Urdinkelteig fliesst eher auseinander als ein Weizenmehlteig. Das kannst du verhindern, indem du zum Beispiel zur Zubereitung eine Brotform verwendest. Der Dinkelteig braucht genügend Feuchtigkeit, um lange frisch und schmackhaft zu bleiben. Anstelle von Wasser kannst du auch einen Zusatzstoff verwenden, der Feuchtigkeit mitbringt, etwa geraspelte Äpfel. Sind alle Zutaten eingearbeitet, braucht der Teig erneut eine Ruhezeit, in der er einige Male auseinandergezogen und bewegt werden muss. Jetzt kannst du den Brotlaib oder die Brötchen formen, auf Backpapier setzen und das Gebäck in den Backofen geben. Helles, weiches Brot benötigt in der Regel niedrigere Backtemperaturen, für eine krosse Kruste wählst du ein Rezept mit höheren Temperaturen.
Gerade für Feingebäck ist das nussige Urdinkelmehl ideal. Es gibt eine Fülle an feinen Rezepten, mit denen du dein Urdinkelbrot selber backen kannst. Und wenn die Zeit doch einmal nicht reicht, dann gibt es tolle Brote und Brötchen in der nächsten Bäckerei! Unsere Lieblingsrezepte für Urdinkel:
Aufbackbrötchen sind mit vielen Klischees behaftet: Sie seien lange nicht so gut wie frische Ware vom Bäcker, bestünden aus billigem Teig und würden schnell pappig. Andere Menschen schwören hingegen auf die kleinen Teiglinge, die für gewöhnlich nur kurz im Ofen aufgebacken werden müssen. Schliesslich sparst du mit Aufbackbrötchen im Haus den morgendlichen Gang zum Bäcker. Doch was sind die, zumeist in Plastikbeuteln eingeschweissten, Brötchen überhaupt? Wie werden sie hergestellt, wie gut sind sie und wodurch unterscheiden sie sich von den frischen Brötchen vom Bäcker? Fest steht: Es gibt, wie bei allen Backwaren, grosse Unterschiede und unterschiedliche Geschmäcker.
Als der Mensch begann, Getreide für seine Nahrung anzubauen, begann eine völlig neue Ära. Der Wechsel vom Jäger- und Sammlerleben zum sesshaften Bauern hängt untrennbar mit dem Anbau von Korn zusammen. Bis heute gehört die Kulturpflanze zu den Grundlagen der Ernährung. Es gibt zahlreiche Sorten, die fast alle als Brotgetreide verwendet werden können. Welche Sorten sind die beliebtesten in der Schweiz, welche Eigenschaften haben Hafer, Gerste, Roggen und Co.? Welches Korn ist das gesündeste? Diese und andere Fragen rund um das nahrhafte Gewächs klären wir im folgenden Text.
Das Besondere am Roggensauerteigbrot lässt sich schon am Namen ablesen: der Sauerteig. Im Gegensatz zu einfacher Hefe besteht dieser natürliche Backhelfer aus mehreren Zutaten und bringt einen ganz besonderen Geschmack ins Brot hinein. Das Anstellgut kannst du ganz einfach selbst herstellen und es zu weiteren Sauerteigen für deine Brote verwenden. Am Ende bekommst du mit dieser Methode ein leckeres Brot mit köstlicher Kruste, das erstaunlicherweise für viele Menschen deutlich bekömmlicher ist als „schnelles“ Brot, das nur mit Hefe oder anderen Zutaten hergestellt wird.
Backen macht nicht nur im Winter Spass und bringt immer wieder leckeres Kleingebäck für den Brunch, das Znüni oder auch als Zvieri auf den Teller. Doch damit dieses auch wie gewünscht gelingt, musst du jeweils einige bestimmte Punkte beachten. Unten folgen einige praktische Tipps, die beim beim Backen von Croissants, Semmeln und Schweizer Spezialitäten sehr hilfreich sein können. So kannst du deine Liebsten das ganze Jahr über mit leckerem Kleingebäck versorgen.
Wenn aus Korn und Wasser ein knuspriges Brot gebacken wird, dann fertigt die Bäckerei nicht selten zuerst ein Brühstück oder ein Quellstück an. Gerade für Vollkornmehle, Saaten und Körner ist diese Vorstufe der Teigführung wichtig. Doch wie funktioniert dieses Verfahren und für welches Gebäck wird es verwendet? Und kannst du Rezepte mit Brühstück auch selber machen? Hier erfährst du mehr rund um das Brotbacken mit und ohne Triebmittel.
Traditionell wird Brot mit Sauerteig gebacken – dieses natürliche Backtriebmittel verleiht dem Brot seinen besonderen Geschmack und lässt es während des Backens aufgehen. Einen Sauerteig kann aber nicht nur der Bäcker herstellen, sondern mit etwas Zeit und Geduld jeder Mensch zu Hause. Dass die Herstellung eines Sauerteigs gar nicht so kompliziert ist, erfährst du in unserem Ratgeber mit einer einfachen und verständlichen Anleitung auch für Backanfänger.