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Botaniker nennen den Echten Buchweizen Fagopyrum esculentum, aus der Gattung Fagopyrum und der Familie der Knöterichgewächse. Damit ist die Pflanze zum Beispiel mit dem Rhabarber verwandt. Zu derselben Gattung und Familie gehört auch der Falsche oder Tatarische Buchweizen, der aber in Europa kaum mehr angebaut wird, weil er im Vergleich bitter schmeckt. Wenn wir von der Nutzung als Lebensmittel sprechen, wird Buchweizen zum Pseudogetreide gezählt: Das sind Samen oder Körner, die zwar keine Getreideart sind, aber ähnliche Eigenschaften haben. So eignen sich die Samen des Buchweizens, um Mehl, Grütze und viele andere Gerichte daraus herzustellen. Seine Blätter haben, so sagt man, heilende Wirkung.
Die wilden Vorfahren unseres heutigen Buchweizens stammen wohl aus dem fernen Tibet. Dort kannte man die nahrhaften und heilenden Wirkungen schon vor fünftausend Jahren. Von den Himalaya-Regionen aus verbreitete sich das Knöterichgewächs als Nahrungsmittel in Asien, Europa und weltweit. Schon im Mittelalter fand die Pflanze in Europa Anwendung – sie wächst auf armen Böden, stellt kaum Ansprüche an die Kultur und Pflege und düngt zugleich selbst den Boden. Damit ist sie in vielen Regionen der Welt kultivierbar und hat ihren Platz in der Flora fast aller Kontinente gefunden. In der Schweiz wächst die Gattung im Tessin, im Misox und Puschlav, wo das Knöterichgewächs bis heute gelegentlich angebaut wird.
Seit vielen Jahrhunderten gibt es traditionelle Gerichte in vielen Ländern, die den Buchweizen nutzen. Im 20. Jahrhundert ging der Anbau stark zurück, und damit auch die Beliebtheit des Pseudogetreides. In Zeiten zunehmender Unverträglichkeiten und dem Wunsch nach nachhaltiger, gesunder Ernährung konnte sich das Knöterichgewächs aber auch in der Trendküche wieder etablieren. Heute dient die Pflanze in der Landwirtschaft auch als Zweitfrucht: Nach der Ernte von frühem Getreide erfolgt die Aussaat, um vor der nächsten Saison den Boden zu bereichern. Geschält oder als ganzes Korn wird Buchweizenkorn zu einem feinen Mehl. Als Grütze oder Flocken passt er in die obstreiche Buddha-Bowl der Trendküche genauso gut wie in traditionelle Gerichte der russischen, osteuropäischen oder Schweizer Küche. Als Heilpflanze liefert der Buchweizen Blüten und Pflanzenteile, die zum Beispiel bei Venenerkrankungen Anwendung finden.
Eine wichtige Eigenschaft des Buchweizens hat zwei Seiten: Das Mehl der Pflanze ist glutenfrei und damit für Menschen mit Zöliakie geeignet. Allerdings macht dies das Backen mit reinem Buchweizenmehl auch fast unmöglich. Das Gluten, das der Allergiker nicht verträgt, ist zugleich natürliches Bindemittel im Teig. Darum kann man zwar mit Buchweizenmehl backen, benötigt aber in der Verarbeitung weitere Mehle oder ein anderes Bindemittel, das das Gluten ersetzt.
Überall auf der Welt kennt man heute den Buchweizen. Die traditionellen russischen Blini – Eierpfannkuchen – sind Nationalgericht. In Österreich wird Buchweizenbrei gesalzen und mit Speck gegessen, der Südtiroler Plentenknödel wird ebenso aus Buchweizenmehl hergestellt wie die Puschlaver Pizzoccheri in der Schweiz. Auch als Polenta findet das Fagopyrum hier Verwendung. Ob Polenta, Nudeln, Grütze, Flocken oder Mehl für Backwaren: Die Zubereitungsmöglichkeiten sind schier unendlich – und in vielen Ländern der Welt hat man seine eigene Version davon entwickelt.
Für Gesundheitsbewusste ist Buchweizen eine echte Alternative zum Weizenmehl. Die Samen sind reich an Kohlenhydraten und Stärke, haben zugleich aber wenige niedermolekulare Zuckerverbindungen. Sie enthalten viel hochwertiges Eiweiss, Vitamin A und B-Vitamine, ausserdem Folsäure und zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente. Damit ist er als Nahrungsmittel dem Weizen durchaus überlegen, eignet sich gut für die Gewichtsreduzierung und soll auch ausgleichende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben.
Backen mit Buchweizenmehl ist durchaus möglich und für Menschen mit Glutenunverträglichkeit eine Alternative zum Getreidemehl. Um das fehlende Klebereiweiss der Körner zu ersetzen, brauchst du aber einen zusätzlichen Rohstoff. Das können Eier sein, Kartoffelstärke, Mais- oder Sojamehl. Mit einer passenden Mischung kannst du eine glutenfreie Apfelwähe backen, luftige Crepes aus Kartoffelmehl und Sojamilch, die sogar vegan sind. Mit Reismehl und Chiasamen als Bindemittel gelingt auch der Rührkuchen oder leckere Schokomuffins. Der leicht nussige Geschmack passt exzellent zu Schokolade. Keine Zeit zum Backen? Torten, Kuchen und Buchweizenbrote gibt es in immer mehr Bäckereien in der Schweiz als glutenfreie Variante oder als Mischung mit Weizenmehl.
Die beliebtesten Kuchen- und Teigvarianten aus Buchweizen:
Um schmackhaftes Brot oder süssen Zopf zu backen, benötigst du Hefe. Das natürliche Backtriebmittel ist wichtig, damit der Teig beim Backen aufgeht und die Backwaren fluffig und aromatisch werden. Ärgerlich ist es jedoch, wenn du keine Hefe vorrätig hast oder diese im Supermarkt gerade ausverkauft ist. Damit du immer auf Hefe zurückgreifen kannst, lohnt es sich, diese einzufrieren und bei Bedarf wieder aufzutauen. Worauf du beim Einfrieren achtest solltest, wie lange sich die Hefe im Gefrierschrank hält und wie du sie am besten wieder auftaust, erfährst du in unserem Ratgeber. Ausserdem haben wir Tipps zum Einfrieren eines Hefeteigs und -brots.
Er ist ein Klassiker unter den Kuchen und bei jeder Kaffeetafel beliebt: der Schokoladenkuchen. Traditionell wird der Schoggikuchen mit Mehl hergestellt, das ist aber gar nicht nötig. Ganz nach französischem Vorbild schmeckt er ohne Mehl sogar noch viel saftiger und aromatischer. Gleichzeitig ist er sogar glutenfrei. Wir geben dir ein einfaches Rezept, wie du einen Schoggikuchen mit nur wenigen Zutaten ganz schnell selbst zubereiten kannst. Ausserdem erhältst du weitere Tipps zu seiner Haltbarkeit und zum richtigen Servieren.
Frisch gebackenes Brot entfaltet einen traumhaft aromatischen Duft und Geschmack. An sich ist das Backen einfach, trotzdem können sich Fehler einschleichen, die das Volumen und die Lockerheit des Teigs ungünstig beeinflussen. Brot lässt sich mit Sauerteig oder Hefe backen. Sauerteig ist für dunkle Brotsorten gedacht, Hefe für Weissbrot, Brötchen und Gebäck. Warum du das Brot richtig einschneiden solltest, erklären wir dir hier.
Mehl ist nicht gleich Mehl, und selbst beim Weizenmehl gibt es verschiedene Typenbezeichnungen, die auf die Farbe, den Mineralstoffgehalt und die Backeigenschaft verweisen. Das Backen von Broten oder Gebäck gelingt mit bestimmten Mehltypen besser. Das günstigste Mehl ist Auszugsmehl, das keine Schalen oder Keim enthält. Höherwertiges Mehl mit Mehl Typ 550 ist gesünder und lässt sich auch länger lagern.
Hefezopf, Zimtschnecke oder ein feines Brötchen: Hefeteig ist ein Teig, der für vielerlei Gebäck geeignet ist. Wer selber backen möchte, braucht ein wenig Übung, denn der Hefeteig stellt Ansprüche an die Zubereitung. Doch wenn du den Trick einmal heraus hast, zauberst du mit einem gelungenen Hefeteig leckere Köstlichkeiten in süss oder herzhaft. Wir schauen uns die wichtigsten Fragen rund um den Allrounder aus der Backküche einmal näher an: Hier erfährst du, wie die Herstellung von Hefeteig gelingt, welche Zutaten du brauchst und warum der Hefeteig Zeit für sich braucht.
Was ist Hefe? Sicherlich weisst du, dass sie unter anderem für Brot und Bier benötigt wird. Doch was ist Hefe genau? Wie wächst sie, wo kommt sie her und was kannst du damit alles machen? Die Geschichte der Hefe und die Biologie der Hefepilze selbst sind schon spannend. Und mit etwas Wissen darüber weisst du zugleich auch mehr über leckeres Brot, gutes Bier und vieles mehr. Auch verschiedene Hefeprodukte, wie etwa Trockenhefe oder Frischhefe lohnt es sich zu kennen, denn Hefe ist nicht gleich Hefe.